Verkehrspolitik

Mobilität für Alle ermöglichen

Mobilität ist eine Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliche Entwicklung. Deshalb wollen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sicherstellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger mobil sein können. Dazu gehören eine intakte Verkehrsinfrastruktur auf der Straße (hier setzen wir uns besonders für die Sanierung von Kreisstraßen in den Ortsdurchfahrten ein) und der Schiene sowie die intelligente Verzahnung von ÖPNV und Individualverkehr mit PKW oder Fahrrad. Nachhaltige Mobilität ist nur durch eine enge Abstimmung von Auto, Bahn, Bus, Fahrrad und Fußgänger zu erreichen. Dem ÖPNV kommt eine Schlüsselrolle zu, weil er durch Bündelung Verkehr verringert. Das gilt auch für die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene.

Im Gießener Land bestehen deutliche Pendelbeziehungen zwischen den Umland-Gemeinden mit dem Oberzentrum Gießen. Wir setzen uns deshalb dafür ein, den ÖPNV zwischen Stadt und Kreisgemeinden nicht auszudünnen. Vielmehr fordern wir eine attraktive Ausgestaltung des ÖPNV und eine Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger. Die Kommunen müssen gerade angesichts des demografischen Wandels darin unterstützt werden, den Menschen auch in Zukunft eine bedarfsgerechte Mobilität zu ermöglichen. Wir wollen gemeinsam mit den Verkehrsträgern Konzepte für Bürgerbusse unterstützen, Anreize zum Car-Sharing geben sowie Mobilitätsangebote wie Anruf-Sammel-Taxen sowie Nahbussysteme für den ländlichen Raum stärken beziehungsweise etablieren. Eine ÖPNV-Spätverbindung gegen 24 Uhr von Gießen in die Umlandgemeinden, nötigenfalls mit Anruflinien- oder Anrufsammeltaxen, sollte Standard werden.

Neben der klaren Pendelbeziehung zwischen Kreisgemeinden und Stadt besteht auch eine stark frequentierte Pendelstrecke vom Gießener Land in die Rhein-Main-Region. Zudem zeichnet sich das Gießener Land durch seine bundesweit zentrale Lage aus. Wir wollen diese Voraussetzungen verkehrspolitisch nutzen und neben der Anbindung an die Autobahn auch die Einbindung unserer Region in den öffentlichen Regional- und Fernverkehr vorantreiben. Deshalb sprechen wir uns für die Reaktivierung geschlossener und den Ausbau bestehender Schienenverbindungen aus, wie z. B. Hungen-Wölfersheim (Friedberg-Frankfurt) oder die Lumdatalbahn aus. Alle Bahnhaltepunkte im Kreis müssen dringend saniert werden. Wir wollen eine bessere Vertaktung innerhalb der Region Mittelhessen zwischen den Knotenpunkten Wetzlar, Gießen und Marburg und eine effizientere Anbindung an Frankfurt durch ein weiteres Gleis sowie die Weiterführung der Zugverbindung zwischen Kassel, Gießen, Frankfurt am Main bis zum Frankfurter Flughafen. Daneben gilt es auf den Lärmschutz entlang unserer Bahnlinien ein besonderes Augenmerk zu richten; dazu gehört auch, dass es zu keiner Ausweitung des nächtlichen Güterverkehrs auf der Main-Weser-Bahn kommt. Wir fordern zudem Bund und Land dazu auf, durch geeignete Maßnahmen an der A5 zwischen dem Gambacher Kreuz und dem Reiskirchener Dreieck sowie entlang der A45 bei Linden und Langgöns den Lärmschutz für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sicher zu stellen.

Radwege sind besonders um Gießen gut genutzte Alternativen zum PKW-Verkehr. Aber auch im ländlichen Raum werden sie gerne genutzt (zum Beispiel Lich – Hungen). Wir unterstützen die Forderung nach zusätzlichen Radwegen wie zum Beispiel Alten-Buseck – Gießen, Lich – Eberstadt, Gießen – Krofdort-Gleiberg. Das komplette Rad- und Fußwegenetz soll dichter als bisher mit Richtungspfeilen, Zielort und Entfernungsangaben ausgeschildert werden. Das fördert auch den sanften Tourismus. Außerdem wollen wir die Nutzung des Fahrrads gerade bei jungen Menschen fördern. Wir wollen daher die Installation brauchbarer Fahrrad-Abstellanlagen an allen Schulen im Kreisgebiet. Eine erste Bestandsaufnahme hierzu ist bereits erfolgt.