SPD unterstützt Uniklinik-Betriebsrat // Unverantwortliche Zustände

In der vergangenen Woche rief der Betriebsrat des UKGM den „Pflegenotstand“ aus. Es herrsche massiver Personalmangel, zahlreiche Stellen seien unbesetzt und einzelne Stationen hätten geschlossen werden müssen.

In einem gemeinsamen Gespräch mit dem Betriebsrat informierten sich Nina Heidt-Sommer, Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes Gießen und Frank-Tilo Becher, der direkt gewählte Gießener Abgeordnete (SPD) genauer über die aktuellen Probleme. „Der Mangel an Pflegekräften ist eklatant und verschärft die Arbeitssituation für das verbleibende Personal. Wenn Bezahlung und Dienstplangestaltung aus betriebswirtschaftlichen Gründen so schlecht sind, dass sie zur Abwanderung einladen, entsteht eine strukturelle Schieflage. Hier rächt sich die Privatisierung durch die CDU-Landesregierung und geht auf Kosten der Beschäftigten und Patienten“, so Becher zu dem zugrundeliegenden Problem. Dem Klinikum komme mit seinem Versorgungsauftrag und als Zentrum mit zahlreichen Spezialisten eine wichtige Rolle für die Stadt und Region zu. Damit sei aber auch eine Verantwortung verbunden, zu der die Schließung von Stationen nicht passe.

Der Betriebsrat habe vor allem die mangelnde Wertschätzung der Beschäftigten und die Arbeitsbedingungen kritisiert. „Die Bezahlung liegt im bundesweiten Vergleich der Uni-Kliniken ganz unten. Ständige Vertretungsdienste schaffen zusätzlich Unzufriedenheit und Abwerbeprämien anderer Häuser tun das Ihrige dazu“. Die SPD fordere deshalb die „Angleichung der Bezahlungen an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes und gute Arbeitsbedingungen für eine gute Gesundheitsvorsorge.“, erläutert Heidt-Sommer. „Viele Pflegerinnen und Pfleger üben ihren Beruf mit Leidenschaft aus, trotz der mit dem Beruf verbundenen Belastungen wie z.Bihnen für diese Berufswahl und diesem Dienst als Gesellschaft auch die notwendige Anerkennung entgegenbringen.“

An die Hessische Landesregierung richtet Becher die Aufforderung, sich mit dem Thema des Pflegenotstandes am UKGM auseinanderzusetzen.

Dies könne sie ja schon bald machen, indem sie der Anhörung, die die SPD Landtagsfraktion gemeinsam mit der Fraktion Die Linke eingebracht hat, zustimmt, um alle Statusgruppen anzuhören und ein Gesamtbild der Situation am UKGM zu bekommen.

„Die Situation am UKGM mit der Arbeitsverdichtung und Arbeitsbelastungen sind endlich zu entschärfen. Hier braucht es gute Rahmenbedingungen und Ressourcen, die kann Politik fördern!“

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