SPD trauert um Manfred Mutz

Manfred Mutz starb am vergangenen Freitag.

Mit großer Trauer hat die Gießener SPD auf die Nachricht vom Tode von Manfred Mutz reagiert. "Wir verlieren mit Manfred Mutz einen politischen und persönlichen Freund. Er war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Gießener Politik der letzten Jahrzehnte. Unsere Anteilnahme gilt seiner Frau Doris, seinen Kindern und allen Angehörigen. Wir — die gesamte SPD in Stadt und Landkreis Gießen – werden sein Andenken in Ehren halten", sagte SPD-Stadtverbandsvorsitzender Gerhard Merz am Sonntag in Gießen.

"Als Oberbürgermeister von 1985 bis 2002 — und damit als OB mit der längsten Amtszeit in der Nachkriegsgeschichte – , aber auch als erster Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes und als Oppositionsführer, als Gießener Landtagsabgeordneter von 1978 bis 1985 und in vielen anderen Funktionen hat Manfred Mutz seine Stadt Gießen mit großer Leidenschaft, unermüdlicher Energie, hoher Durchsetzungsfähigkeit und immenser Sachkenntnis in vielen Bereichen gestaltet und nachhaltig geprägt. Für seine Ziele und seine Überzeugungen — getragen vor allem von einem tiefen Gefühl für Gerechtigkeit — konnte er wie kaum ein anderer hart streiten. Gleichzeitig war er immer wieder zu pragmatischen Lösungen und fairen Kompromissen bereit und in der Lage, auch dank einer unverstellten, tief in seiner Persönlichkeit verwurzelten Bürgernähe. Seiner unglaublichen Präsenz und der Intensität seines Auftretens konnte sich niemand entziehen, er ließ niemanden gleichgültig", heißt es dem Nachruf des Stadtverbandsvorsitzenden Gerhard Merz.

Mutz habe immer mit offenem Visier und unabhängig von parteipolitischen Linien für die Interessen der Stadt Gießen gekämpft. Er habe dabei aber auch immer die Interessen der gesamten Region Gießen und darüber hinaus Mittelhessens im Blick gehabt. Als Landtagsabgeordneter für einen Teil des Landkreises und als stellvertretender SPD-Unterbezirksvorsitzender habe er auch dort Verantwortung übernommen. So habe Mutz vehement und erfolgreich gegen den geplanten Abbau von Studienplätzen an der JLU Gießen gekämpft.

Zu den großen Leistungen seiner Amtszeit zählten ein umfassender Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur — der Kinderbetreuung, des Wohnungsbaus, der Sanierung der sozialen Brennpunkte, der sozialen Hilfe- und Betreuungseinrichtungen, der Arbeitsförderung, des Kanalnetzes, der Schulbausanierung und –modernisierung- bei gleichzeitiger Reduzierung des Schuldenstandes der Stadt. Früh habe sich Mutz auch für die bessere Integration der vielen zugewanderten Menschen und für eine humane Flüchtlingspolitik eingesetzt.

Unvergessen bleibe auch sein erfolgreicher Einsatz für die Nutzung der durch den Abbau der Bundeswehr- und der US-Army-Standorte freiwerdenden Flächen und für den Ersatz der dadurch wegfallenden Arbeitsplätze. "Die Stärkung der Wirtschaftskraft der Stadt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze war sicher sein zentrales politisches Projekt, weil er darin die Voraussetzung für das sah, was ihm ein Herzensanliegen war: eine soziale Stadt, die für jeden einzelnen Bürger und jede einzelne Bürgerin eine faire Chance bereit hält. Es ist schwer, sich Gießen ohne Manfred Mutz vorzustellen, sowohl bezogen auf die Vergangenheit als auch mit Blick auf die Zukunft", sagte Merz abschließend.

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