SPD besucht AWO-Seniorenwohnanlage in Gießen

Die Bundestagsabgeordneten Dagmar Schmidt und Lothar Binding haben sich vor Ort gemeinsam mit der AG 60plus näher über die aktuellen Entwicklungen bei der AWO Seniorenwohnanlage am Philosophenwald informiert. Der Geschäftsführer Jens Dapper stellte die engen Verbindungen zwischen der Tagespflege, den Wohnformen bis hin zur Pflegeeinrichtung vor und berichtete über Synergieeffekte in der Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Mittelhessen, sowie dem DRK mit einem Therapiezentrum in unmittelbarer Nachbarschaft.

Dapper wies darauf hin, dass in Anbetracht der stetig weiterwachsenden Gruppe an Senioren der Bedarf an Pflegekräften sich in Zukunft enorm steigern wird. Es ist deshalb für die Attraktivität des Pflegeberufs zu sorgen, wie auch die Arbeit derselben nach Möglichkeit zu entlasten. Deshalb arbeitet man zusammen mit der THM an der Rationalisierung von Verwaltungsvorgängen, wie zum Beispiel der Erfassung von Verordnungen, damit seitens des Pflegepersonals mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Bewohner zur Verfügung steht. Die Abgeordnete Schmidt pflichte dem bei und betonte, dass die Aufwertung und bessere Entlohnung des Pflegeberufes überfällig war, die der Bundestag mit dem Pflegestärkungsgesetz beschlossen hat. Darüber hinaus ist die persönliche Ansprache der zu Betreuenden von essentieller Bedeutung.

Die Digitalisierung kommt allerdings nicht nur der Vereinfachung von Verwaltungsarbeiten zugute, sondern dient auch unmittelbar den Senioren. Schmidt und Binding zeigten sich beeindruckt von digitalen Bewegungsspielen und Gedächtnistrainings, die den Senioren zur Verfügung stehen und zum Mitmachen anregen. Diese bilden einen wichtigen Beitrag, die Selbstbestimmtheit bis ins hohe Alter sicherzustellen.

Während der Gesprächsrunde wurde seitens der AG 60plus Kritik bezüglich der hohen Mietkosten bei der Seniorenwohnanlage geäußert. Dapper machte darauf aufmerksam, dass der Neubau als Passivhaus errichtet wurde, welches zwar zu höheren Baukosten führte, allerdings bei den Nebenkosten etwas günstiger ist. Seitens der AWO ist für die nähere Zukunft ein weiterer Bau einer Seniorenwohnanlage geplant, der preiswerteren Wohnraum anbieten soll. Der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen ist nach wie vor hoch, welches die bestehende Warteliste bestätigt. In diesem Zusammenhang ist man sich einig, dass der Bau von Seniorenwohnungen stärker mit öffentlichen Mitteln gefördert werden muss.

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