Högy, Nachtigall: „Einzigartige Hungener Schullandschaft als Standortfaktor erhalten“

In einer bildungspolitischen Informationsveranstaltung mit der Bürgermeisterkandidatin für Hungen, Elke Högy, dem Spitzenkandidat der SPD für den Kreistag, Horst Nachtigall und dem Hungener Ortsvereinsvorsitzenden Gerhard Rupp erläuterte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Habermann die Elemente einer guten Bildungspolitik: „Wir wollen eine Neuaufstellung des Schulsystems, in dem nicht die soziale Herkunft des Kindes entscheidet“, sagte Habermann mit Blick auf die Ergebnisse der PISA-Studie. „Deshalb setzten wir uns in unserem Konzept „Haus der Bildung“ für frühkindliche Bildung, Ganztagsschulen, längeres gemeinsames Lernen, selbstverantwortete Schulen und schulformunabhängige Lehreraus- und Fortbildung ein. Wir stehen in Hessen für die Abschaffung der Hauptschule und die Zusammenlegung mit der Realschule“. Högy hob hervor, dass es viele der bildungspolitischen Elemente in Hungen bereits gibt: „Die Gesamtschule Hungen befindet sich bereits auf dem Weg zu Ganztagsschule und hat 30 Inklusionsschüler in ihren Klassen. In der Grundschule gibt es seit längeren flexible Schuleingangsstufen“.
Habermann stellt klar, dass das dreigliedrige Schulsystem den UN-Inklusionsanforderungen zuwider läuft: „Alle Kinder haben jetzt einen Anspruch auf einen Besuch in der Regelschule. Um diesen Anspruch zu ermöglichen, müssen wir die Ressourcen an den Schulen aufstocken, um Kinder die Teilhabe am Bildungssystem zu ermöglichen, aber auch die Lehrergesundheit zu schonen“. In einer Übergangszeit sollen die Förderschulen neben den Regelschulen weiterbestehen, um die stückweise Integration der Inklusionsschüler in das Schulsystem zu erleichtern. „Für diese Pläne reichen die bisherigen Haushaltsansätze nicht aus. Deshalb müssen wir in der kommenden Legislaturperiode rund 300 Millionen Euro mehr Geld in Bildung investieren. Wir benötigen pro Schuljahr 100 neue Lehrer und müssen die wegfallenden Förderschulkräfte in die Regelschule transferieren“, fordert Habermann. Auch sollen freiwerdende Stellen im Zuge des demographischen Wandels erhalten statt gestrichen werden. Das Ziel sei eine permanente Doppelbesetzung in deutlich kleineren Klassen, so Habermann. Der Spitzenkandidat der SPD für den Kreistag, Horst Nachtigall verweist darauf, dass sich die bauliche Barrierefreiheit an den Schulen im Gegensatz zu den pädagogischen Anforderungen relativ leicht umsetzen lässt. „Problematisch ist viel mehr, das kleine baufällige Schulen, deren Umbau sehr kostspielig sind, leicht vom Schulträger geschlossen werden, obwohl durch ihre kleine Schulgemeinschaft Inklusion leichter gelingen kann“, so Nachtigall. Auch Högy hob hervor, dass Schulschließungen in Hungen nicht der Weg sei. „Wir müssen gerade im demographischen Wandel unsere Schullandschaft als Werbe- und Standortfaktor für unsere Region erhalten, um attraktiv für junge Familien zu sein“, so Högy abschließend.

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