Gerhard Merz (SPD): DGB-Ausbildungsreport belegt fehlende Ausbildungsplätze

"Es freut mich, dass im Jahr 2011 die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 2,3 Prozent gestiegen ist; trotzdem vergrößert sich weiterhin das Problem, dass in Hessen zu wenige Ausbildungsplätze angeboten werden, um alle Bewerber wie gewünscht versorgen zu können", teilte der Gießener Landtagsabgeordnete Gerhard Merz (SPD) mit.

Als weiteres Manko führte der SPD-Politiker mit Blick auf den heute vorgestellten DGB-Ausbildungsreport Hessen an, dass fast zwei Drittel der Auszubildenden noch immer nicht wüssten, ob sie nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung übernommen werden. Außerdem müsse man bedenken, dass in Hessen im Jahr 2011 nur jeder fünfte Betrieb ausgebildet hat. Eine solch geringe Ausbildungsquote habe es in den letzten fünf Jahren nicht mehr gegeben. "Aus diesen beiden Gründen passt für mich die ständige Klage der Arbeitgeber über den Fachkräftemangel nicht mit der Tatsache zusammen, dass sie erstens zu wenige Fachkräfte ausbilden und diese zweitens nicht übernehmen", so der Sozialdemokrat.

"36 Prozent der befragten Auszubildenden gaben an, keinen Ausbildungsplan zu haben, dabei haben alle Jugendlichen einen Anspruch auf einen solchen Plan", kritisierte Merz.

Auffallend sei auch, dass fast 40 Prozent der Auszubildenden laut DGB-Ausbildungsreport regelmäßig Überstunden leisten müssen. Für ihre Mehrarbeit bekämen mindestens 15 Prozent weder eine entsprechende Vergütung noch einen Freizeitausgleich. Auszubildende dürften aber von den Arbeitgebern nicht als unbezahlte Arbeitskraft eingesetzt werden, erklärte Merz weiter.

"Nur noch gut die Hälfte der Auszubildenden bewertet die Qualität der Berufsschulen als gut oder sehr gut, das ist ein klarer Rückgang im Vergleich zum Vorjahr", sagte Merz. Dies sei zum einen der mangelnden Ausstattung der Berufsschulen mit technischen Geräten und Unterrichtsmaterialien, zum anderen aber auch zu großen Klassen geschuldet. Es liege nun an der Hessischen Landesregierung, diese Unzulänglichkeiten anzugehen und ein besseres Arbeitsklima in den Berufsschulen zu schaffen.

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