Frauenquote hat sich bewährt

Matthias Körner, Vorsitzender UB Giessen

Zum 25. Jubiläum des Quotenbeschlusses der SPD auf dem SPD-Parteitag in Münster am 30. August 1988 erklärt der SPD-Unterbezirksvorsitzende Matthias Körner:

Mit dem Quotenbeschluss auf dem SPD-Bundesparteitag in Münster vor 25 Jahren haben Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten Geschichte geschrieben. Denn es sollte „nicht nur um ein Gebot der Gerechtigkeit gehen. Es geht auch um eine Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und der Politik insgesamt“ – diese Worte richtete der damalige SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel an die Delegierten, bevor der Parteitag die Quotenregelung beschloss. Nicht mehr und nicht weniger war der Anspruch des damaligen Beschlusses. Und er war in der Tat politisch wegweisend – über die SPD hinaus.

Klar sei, so Körner: Die Quote habe die SPD verändert, aber auch die Gesellschaft insgesamt. Die innerparteiliche Gleichstellung sei enorm vorangekommen. Von Wahl zu Wahl steige der Frauenanteil in der SPD-Bundestagsfraktion, dem SPD-Parteivorstand gehören heute rund 43 Prozent weibliche Mitglieder an.

Die SPD im Landkreis Gießen schätzt es als besonderen Erfolg, dass sie mit der Landrätin Anita Schneider und der Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz zwei Frauen nominiert hat, die sich jeweils in Direktwahlen bei den Wählerinnen und Wählern durchgesetzt und in ihrer Amtsführung große Anerkennung erworben haben.

Mit der Quote habe die SPD ihre innerparteilichen Regeln modernisiert. Hinzu komme: Wir können es uns nicht leisten, auf das Potential politisch interessierter Frauen zu verzichten. Unser langfristiges Ziel bleibe es, Frauen und Männern ausgewogen zu beteiligen. Was wir selber tun, erwarten wir auch von anderen.

Dazu kommen noch zusätzliche Herausforderungen: Viele Frauen arbeiteten in schlecht bezahlten Jobs: oft in Teilzeit oder in sozial nicht abgesicherten Minijobs; Niedriglohn sei vorprogrammiert, Armut im Alter ebenso. „Wir müssen endlich dagegen vorgehen, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Wir wollen gleichen Lohn für gleiche – und gleichwertige – Arbeit. Das ist nötig. Denn Frauen verdienen im Durchschnitt fast ein Viertel weniger als Männer.“ So Körner. Die SPD wolle diese Ungerechtigkeit beenden – per Gesetz. Außerdem wollen die Sozialdemokraten den flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Damit hätten viele Frauen mehr Geld in der Tasche.

Deshalb bleibe es dabei, so Matthias Körner: “Wir wollen mehr Chancen für Frauen, im Beruf voran zu kommen, auch bis an die Spitze. Sie können das! Viele Vorstände und Aufsichtsräte großer Unternehmen wollen das immer noch nicht und schotten sich ab. Darum wird die SPD sie überzeugen: mit einer 40-Prozent-Quote für Führungspositionen. Freiwillig gehe es nicht.“

Die SPD stehe mit Peer Steinbrück für eine moderne Gleichstellungs- und Gesellschaftspolitik, die den schwarz-gelben Stillstand beende. Gleichstellung bringe Fortschritt. Für alle Menschen und für die gesamte Gesellschaft.

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