Politik für den ländlichen Raum

Daseinsvorsorge sichern, Wirtschaft stärken, Dörfer weiterentwickeln

Im Gießener Land gibt es eine Vielfalt ländlicher Räume mit eigenen Ausgangsbedingungen und Entwicklungschancen. Dies bedingt schon allein die geographische Lage mit ihren herrlichen Landschaften und ihren wunderschönen Dörfern und Städten vom Taunusrand im Südwesten über das Gießener Becken hin zur Wetterau im Südosten, zum vorderen Vogelsberg im Osten und Nordosten und dem Gladenbacher Bergland im Norden und Nordwesten. So vielfältig wie diese Orte sind auch die Menschen, die hier leben. Wir wollen eine eigenständige Entwicklung ländlicher Räume, in denen die Anliegen der Menschen ernst genommen werden.

Daseinsvorsorge im ländlichen Raum sicherstellen
Es ist für uns eine Frage der Gerechtigkeit, dass Menschen in den ländlichen Räumen eine den regionalen Begebenheiten angepasste Ausstattung öffentlicher Infrastruktur und damit Lebensqualität vorfinden. Wir sehen hier die öffentliche Hand in der Pflicht, ein den Bedürfnissen angepasstes Angebot der Daseinsvorsorge in den Bereichen Bildung, medizinische und pflegerische Versorgung und ÖPNV zu bieten. Wir wollen dabei als Landkreis die Kommunen unterstützen.

Wirtschaft im ländlichen Raum voranbringen
Die Landwirtschaft ist für die Stärkung und Förderung des ländlichen Raums wichtig. Gerade die Landwirte haben eine große Bedeutung für die nachhaltige Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlagen, den Erhalt unserer Kultur- und Naturlandschaft und die sozialen Strukturen im ländlichen Raum. Wir wollen deshalb die Landwirtschaft stärken und dabei mithelfen, lokale und regionale Wertschöpfung zu schaffen. Hierzu wollen wir Landwirte bei der Umstellung auf ökologische und nachhaltige Anbauweisen und umweltgerechte landwirtschaftliche Produktionsverfahren, bei der Direktvermarktung und Eigenverarbeitung ihrer Produkte in der Region, bei der Bildung von Verbraucher- und Erzeugergemeinschaften oder bei Dienstleistungen im Bereich der Naherholung und des Sanften Tourismus unterstützen.

Unsere Wälder erfüllen unverzichtbare Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen. Deshalb wollen wir ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen Walderhalt und vernünftiger Nutzung erreichen. Hier steht für uns die Förderung des Aufbaus und des Erhalts standortgerechter Wälder im Mittelpunkt. Die Waldflächen in öffentlicher Hand sind dem Gemeinwohl besonders verpflichtet und müssen daher nachhaltig und Generationen übergreifend langfristig bewirtschaftet werden. Dies ist mit kurzfristigen Profitinteressen unvereinbar. Aus diesen Gründen lehnen wir den Verkauf oder die Privatisierung von Staats- und Körperschaftswald entschieden ab.

Neben der Land- und Forstwirtschaft kommen auch dem Handel, dem Handwerk und dem Dienstleistungsbereich für die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Räume eine wichtige Rolle zu. Hier gilt es sowohl die bereits ansässigen Unternehmen (Bestandspflege) als auch Neugründungen zu unterstützen. Das berücksichtigen wir sowohl in der von der SPD maßgeblich angestoßenen Arbeitsmarkt- und Ausbildungsstrategie des Landkreises als auch bei unserer kommunalen Wirtschaftsförderungspolitik. Außerdem haben wir bereits Chancen, die sich aus der Energiewende ergeben, für das lokale Handwerk nutzbar gemacht. Diesen Prozess wollen wir fortsetzen. Zudem haben wir mit unserer aktiven Tourismusförderung mitgeholfen, Beschäftigung im ländlichen Raum zu erhalten beziehungsweise neu zu schaffen.

Dörfer weiter entwickeln
Die Dörfer im Gießen Land weisen in ihrer Struktur eine große Vielfalt auf und stellen die Zentren ländlichen Lebens dar. Diese Dörfer sollen Dörfer bleiben, sie müssen ihre kulturelle Identität und ihr örtliches Vereinsleben behalten. Sie leben vom Engagement ihrer Bevölkerung. Dörfer der Zukunft können immer nur gemeinsam und vor Ort im Dialog gestaltet werden. Zentrales Handlungselement zur Dorfentwicklung bleibt nach wie vor das Dorferneuerungsprogramm, das auch im Gießener Land bereits wichtige Impulse gesetzt hat. Das Ziel der Dorferneuerung sollte die Innenentwicklung und Wiederbelebung der Ortskerne sein. Um dies zu erreichen, sollten die Kommunen ein eigenständiges Konzept zur Entwicklung der Siedlungs- und Infrastruktur für alle dazugehörigen Ortsteile entwickeln. Dabei können die Kommunen durch das Einbinden der betroffenen Bürgerinnen und Bürger Projekte erarbeiten, die von den Menschen angenommen und getragen werden und nicht an ihrer Lebenswirklichkeit vorbeigehen. Außerdem wollen wir, dass die Kombinierbarkeit des Dorferneuerungsprogramms mit anderen Förderprogrammen verbessert wird.