Frauenpolitik

Die Verwirklichung der Gleichberechtigung ist eine dauernde Aufgabe

Trotz der Fortschritte, die unsere Gesellschaft bei der Gleichstellung von Frauen erreicht hat, sind Benachteiligung, Schlechterstellung und Diskriminierung von Frauen noch immer gang und gäbe. Frauen werden häufig schlechter bezahlt und erhalten in vielen Fällen für die gleiche Arbeit bis zu einem Fünftel weniger Lohn oder Gehalt und haben zudem geringere Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf. Frauen tragen immer noch den größten Anteil an Hausarbeit und Kindererziehung und scheiden meistens für mehrere Jahre aus dem Erwerbsleben aus, da die bestehenden Strukturen in Arbeitswelt und Gesellschaft die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erschweren oder gar verhindern. Zwei Drittel aller von Armut betroffener Menschen in unserem Land sind Frauen, häufig alleinlebend oder alleinerziehend. Zudem sind Frauen überwiegend von Altersarmut betroffen. Und noch immer werden Frauen zu oft Opfer männlicher Gewalt.

Politik, die die Gleichberechtigung zum Ziel hat und strukturelle Benachteiligungen für Frauen aus dem Weg räumen will, muss als Querschnittsaufgabe aufgefasst werden. Sie betrifft neben der Frauenförderung im engeren Sinne viele weitere Felder wie Arbeit, Bildung oder Gesundheit und dabei insbesondere die frauengerechte Ausgestaltung beschäftigungs- und sozialpolitischer Maßnahmen und Programme. Teilzeit-Ausbildungsplätze und -programme für junge, alleinerziehende Mütter sollten, auch in der Kreisverwaltung, in besonderem Maße gefördert werden.

Die kommunale Ebene muss die Infrastruktur, die die Gleichberechtigung der Geschlechter vorantreibt, stellen und gestalten. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Privatem und Beruf wie zum Beispiel durch die Anpassung von Öffnungs- und Betreuungszeiten von Kindertagestätten und Grundschulen an die Arbeitszeiten berufstätiger Frauen oder Hilfestellungen beim Wiedereinstieg in den Beruf. Darüberhinaus müssen Handlungen der Verwaltung in ihren Auswirkungen auf beide Geschlechter bewertet werden.

Wir werden das Kreisfrauenbüro sachlich und personell erhalten und die Kreisfrauenkommission weiter stärken und ihre Arbeit aktiv begleiten. Die Stelle der externen Frauenbeauftragten, die unter der alten Kreiskoalition abgeschafft worden war, haben wir wieder geschaffen.

Den Frauenförderplan, der unter anderem einen höheren Frauenanteil in Führungspositionen der Verwaltung vorsieht, werden wir langfristig weiter umsetzen.

Die Angebote zum Schutz von Frauen und Mädchen werden wir weiter fördern. Das gilt in besonderem Maße für die Finanzierung von Frauenhäusern. Selbstbehauptungskurse für Frauen und Mädchen sind wichtig und sollten auch in Schulen und Vereinen angeboten werden. Wir werden derlei Kurse weiterhin finanziell fördern.

Der Landkreis fördert eine Vielzahl von Frauenvereinen und –initiativen, deren finanzielle Unterstützung von fundamentaler Bedeutung für die Verwirklichung von Gleichberechtigung ist. Diese Förderungen werden wir fortsetzen.