Arbeitskreis Umwelt des SPD-Unterbezirks Gießen besucht Umwelt- und Klimaforschungsstation

Auf dem 4,5 Hektar großen Gelände der Lindener Forschungsstation laufen seit Jahren mehrere interessante Projekte, wie der Phänologischen Garten, das Gießener Freiland-CO2-Anreicherungsexperiment und die Erforschung von Biokohle zur Kohlenstoff-Speicherung.

Man hat in Linden mit großem technischem Aufwand unter freiem Himmel schon heute eine Atmosphäre geschaffen, wie sie voraussichtlich erst in 20 bis 30 Jahren auf der gesamten Erde existieren wird. Mitte der 90er Jahre entwickelte man z.B. das Freiland-CO2-Anreicherungssystem, bei dem die CO2-Konzentration um 20 Prozent angehoben wird, um die Auswirkungen dieser erhöhten Konzentration auf das Ökosystem zu erforschen.

Der Leiter der Forschungsstation, Prof. Dr. Ludger Grünhage und Herr Dörger vom Hessischen Amt für Umwelt und Geologie begrüßten die Gäste und stellten die zum Teil unerwarteten Ergebnisse vor.

Laut Prof. Dr. Grünhage ist die durchschnittliche globale Temperatur an der Erdoberfläche in den vergangenen 100 Jahren um etwa 0,75 Grad Celsius angestiegen. Die meisten der letzten 15 Jahre waren unter wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen 1850. Neben natürlichen Ursachen wie zum Beispiel Vulkanismus sei dies auch auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen, so Prof. Grünhage.

Die globale Temperaturerhöhung in den vergangenen 50 Jahren war doppelt so hoch wie die in den vergangenen 100 Jahren – überwiegend Folge der vom Menschen verursachter Treibhausgase. Der Weltklimarat erwartet bis 2100 einen Anstieg der mittleren globalen Temperatur um 1,1 bis 6,4 Grad Celsius. Die weltweit beobachteten Trends in der Temperaturbeobachtung spiegeln sich auch in den Temperaturen wider, die seit über 100 Jahren in Gießen aufgezeichnet werden. Eine Veränderung des Umweltfaktors Temperatur über einen langen Zeitraum kann zu erheblichen Beeinflussungen der Ökosysteme führen. Es sei erklärte Aufgabe des Instituts für Pflanzenökologie, durch Aufklärung in Schulen und in der Öffentlichkeit um Akzeptanz für diese Tatsachen zu werben, so Prof. Grünhage.

Die Sozialdemokraten waren von den Projekten beeindruckt und versprachen, in ihrer Partei Werbung für das Gesamtprojekt zu machen, dem eine bessere Finanzierung gut zu Gesicht stehen würde.